
- Blick auf Rothenberg

- Altes Pumpwerk "Widderanlage" in Rothenberg

- Röhrenbrunnen in Rothenberg
Rothenberg
Rothenberg liegt auf dem 430 Meter hohen Rücken der Hirschhorner Höhe im südlichen Buntsandstein-Odenwald. Die Gemarkung erstreckt sich längs des Finkenbachs Richtung Nordwesten. Seit der Gebietsreform von 1972 setzt sich die Gemeinde Rothenberg aus insgesamt sechs Ortsteilen zusammen: Ober-Hainbrunn, Kortelshütte, Finkenbach, Hinterbach, Raubach und Rothenberg selbst.
Hier befindet sich eine der waldreichsten Regionen des Odenwaldes. Als sagenhafte Wanderregion gilt diese Gegend bei Wanderern als Geheimtipp. Unterwegs trifft man auf Spuren legendärer Persönlichkeiten - wie die des „Raubacher Jockels“ oder der „Romni Cordula“.
Obwohl mit relativ guten Böden der Hochfläche gesegnet und durchaus im regenreichen Gebiet gelegen, hatten die Rothenberger ständig mit Wassermangel zu kämpfen. Auf den Äckern eindringendes Regenwasser fließt durch die Porenräume und Klüfte im untergründigen Gestein schnell ab.
Auch die Wasserversorgung für die Menschen im Oberdorf war noch bis zur Jahrhundertwende problematisch. Schließlich wurde auf Geheiß des Großherzogs durch eine Züricher Maschinenfabrik eine Pumpstation mit zwei Wassermotoren gebaut, die von 1902 bis in die sechziger Jahre Rothenberg mit Wasser versorgte. Mit Hilfe dieser technisch außergewöhnlichen Anlage (einmalig in Deutschland) gelang es, ohne Einsatz fremder Energie, Wasser über einen Höhenunterschied von 280 Meter aus dem Gammelsbachtal in den Rothenberger Hochbehälter zu fördern.
Nicht nur technisch und Natur- Interessierte, auch sportlich ambitionierte Gäste kommen in Rothenberg voll auf ihre Kosten: ob Segelfliegen, Mountain-Biken, Nordic-Walken oder Inline-Skaten – für alle gibt es besondere Einrichtungen.
Einwohnerzahl: 2.389
Geschichte:
Erste Hinweise auf eine Rodungssiedlung in dieser Gegend stammen aus dem Jahre 748 n. Chr., aber erst ab 1349 lassen sich Urkunden und Zeugnisse über das „Dorf auf dem Odenwald“, das zwischen dem Gammelsbach und dem Finkenbach liegt, nachweisen. „Rodenberg“ kam zusammen mit Ober-Hainbrunn und Unter-Finkenbach im Jahr 1535 als kaiserliches Lehen an die Herren von Hirschhorn. Nach dem Aussterben der Herren von Hirschhorn fand mehrfacher Besitzwechsel statt, bis dann 1806 die reichsritterschaftlichen Grenzen aufgelöst wurden und die Herrschaft über Rothenberg mit der Grafschaft Erbach an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt fiel.
Die beiden Ortsteile Ober- und Unter-Finkenbach wurden wahrscheinlich um 1100 durch die Erbacher Schenken gegründet. Erste urkundliche Erwähnung Ober-Finkenbachs stammt aus dem Jahre 1347. Ober-Finkenbach war von diesem Zeitpunkt an ständiger Besitz der Schenken von Erbach, während Unter-Finkenbach seit 1349 ein Teil der reichsunmittelbaren Herrschaft von Rothenberg war.
Unter-Finkenbach wurde bis 1922 von Rothenberg verwaltet, bis 1949, als Ober- und Unter-Finkenbach zusammengeschlossen wurden, von Ober-Finkenbach. Im Finkenbachtal gelegen, gehörte Ober-Hainbrunn schon seit 1349 zur Herrschaft Rothenbergs, dem reichsunmittelbaren Lehen verschiedener adliger Geschlechter, während Kortelshütte erstmals 1756 erwähnt wurde. Der Sage nach wurde dieses Dorf nach Cordula, der Romni benannt. Die Siedlung Hinterbach wurde erstmals 1364 als Jagdgebiet der Erbacher Schenken erwähnt.
Der kleinste Ortsteil der Gemeinde ist Raubach. Er wurde 1740 gegründet und gehörte ebenfalls zu den Waldgebieten der Erbacher Grafen. Hier hatte das Odenwälder Original „Raubacher Jockel“ seine Heimat. Er liegt auf dem kleinen Raubacher Friedhof begraben.
Sehenswertes:
- Die Sehenswürdigkeiten Rothenbergs sind eher leise spektakulär: zahlreiche Kleindenkmäler wie z. B. Brunnen, (Krämersbrunnen, Berndsbrunnen, Eckbüschelsbrunnen, Napoleonsbrunnen, Lauf- oder Röhrenbrunnen, deren Quellkammern von bis zu 300 Meter langen begehbaren Stollen erreichbar sind), sowie Grenzsteine und Stellsteinreihen.
- Eine funktionsfähige „Widderanlage“ kann im Ortsteil Hinterbach, Brunnenstraße besichtigt werden. Ohne Einsatz von Fremdenergie versorgte dieser Stoßheber den höher liegenden Bauernhof mit Wasser aus der niedrig gelegenen Quelle.
- Der ausgestellte sogenannte „Schmid´sche Wassermotor“ ist Teil des ehemaligen Pumpwerkes. Jeder der Motoren treibt eine sogenannte (weil dreizylindrig) Drillingspumpe an. Die Pumpstation liegt zwischen Kortelshütte und Rothenberg und kann nach Absprache besichtigt werden. (Kontakt: Thomas Wilke Tel. 06275 1027)
- Geopark-Pfad Rothenberg "Wasserarmut in einem regenreichen Gebiet"
Insgesamt 13 Informationstafeln zeigen die Bedeutung von Wasser für das Leben der Menschen in Rothenberg und im Finkenbachtal sowie die Entwicklung der Wasserversorgung. Der Pfad beginnt am Naturparkplatz „Steinernes Kreuz“.

- Raubacher-Jockel-Weg: Der dem Odenwälder Original gewidmete Wanderweg führt zum Friedhof, von dort hinauf zu einem herrlichen Aussichtsweg am Waldrand und zurück ins Dorf. Zahlreiche Tafeln erinnern mit lustigen Episoden an das Leben des Schelms Jakob Ihrig, genannt „Raubacher Jockel“. Gekennzeichnet ist der Wanderweg mit Ra 1.
- Ein bequem begehbarer Wanderweg zwischen Rothenberg und Kortelshütte erschließt Naturfreunden den „Baum des Jahres“ aus den letzten 19 Jahren. Jeder Baum ist durch eine Infotafel gekennzeichnet.
Veranstaltungen
- Jeden Sommer findet ein "Inlinertag" statt. Hierzu wird die Landesstraße zwischen Rothenberg und Beerfelden (10 km) für den Verkehr gesperrt und es kann nach Herzenslust geskatet und geradelt werden. (Info: Tel. 06068 930320)




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