Stoewer-Museum

Lage:Stoewer-Zentrum / Michelstraße 2
Ort:69483 Wald-Michelbach
Träger:privat (Manfried Bauer/Wald-Michelbach)
Besichtigung:jeden 1. Sonntag im Monat von 14.00 ? 17.30 Uhr
Weiter Infos unter:http://www.stoewer-museum.de/

Unter dem Namen Stoewer wurden von 1858 bis 1945 in Stettin, der damaligen Hauptstadt Pommerns, in der Hauptsache Nähmaschinen, Schreibmaschinen, Fahrräder und Automobile, aber auch noch einige weitere Produkte hergestellt. Ab 1896 entwickelten sich aus einer Firma zwei voneinander unabhängige Firmen, die den Namen Stoewer trugen. Sie standen nicht in Konkurrenz zueinander, da sie völlig unterschiedliche Produkte herstellten. Die eine Firma konzentrierte sich auf die Herstellung von Nähmaschinen, Schreibmaschinen und Fahrrädern, die andere auf den Bau von Automobilen. Namensgeber beider Firmen ist die Familie Stoewer. Diese Tatsache lässt bereits erahnen, dass die Historie von Stoewer geprägt ist vom Pioniergeist ihrer Gründerväter, die sich nicht einfach darauf beschränkten, für den Namen ihrer Firma Pate zu stehen, sondern tatsächlich mit ihrer unternehmerischen Schaffenskraft den Werdegang der Firmen bestimmten. Stoewer-Erzeugnisse aus den oben genannten Produktionsgebieten waren stets auf der Höhe der Zeit, zuweilen bestimmten sie den Stand der Technik, waren immer von höchster Qualität, nie ein billiges Massenprodukt.
Als Folge des 2. Weltkrieges wurde die Stadt Stettin von Deutschland abgetrennt, Polen zugeteilt und hieß fortan Szczecin. Das Werksgelände wurde im Krieg nur wenig zerstört, aber die Produktionsanlagen wurden nach Kriegsende demontiert und in die Sowjetunion verfrachtet. Einen Neuanfang im westlichen Teil Deutschlands hat es nicht mehr gegeben, damit endet die Geschichte der Stoewer-Werke.

In den vergangenen Jahren hat sich der Kreis der Stoewer-Freunde, die selbst ein Stoewer-Produkt besitzen oder sich einfach nur der Marke verbunden fühlen, fortlaufend vergrößert, so dass der Name Stoewer nicht in Vergessenheit geraten wird.

 

Das Stoewer-Museum hat im April 2002 in Wald-Michelbach eröffnet. Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten konnte eine großzügige Ausstellungsfläche geschaffen werden.
Ziel war es einerseits, den zahlreichen Stoewer-Enthusiasten auf der ganzen Welt einen Anlaufpunkt für das gemeinsame Hobby zu bieten, andererseits aber auch einen Ort zu schaffen, an dem die einzigartigen Produkte von Stoewer der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Obwohl fast nur Erzeugnisse von Stoewer ausgestellt sind, sollen nicht nur Menschen angesprochen werden, die sich speziell für diese Marke interessieren, sondern alle, die ein Faible für alte Automobile, Nähmaschinen und Schreibmaschinen haben oder sich einfach nur für ein Stück deutsche Industriegeschichte interessieren.

Im Obergeschoss werden vorwiegend Automobile ausgestellt, außerdem viele Gegenstände die mit Autos und dem Autofahren zu tun haben. Die meisten ausgestellten Stoewer Automobile sind erstklassisch restauriert worden und befinden sich im fahrbereiten Zustand, oft dürfen sie das Museum auch verlassen, um bei Oldtimerrallyes teilzunehmen.
Desweiteren ist ein Stoewer-Schnittmodell ausgestellt, an dem man sehr gut die Technik eines alten Autos studieren kann.

Im Untergeschoss ist die Ausstellung der Stoewer-Nähmaschinen, Schreibmaschinen und Fahrräder. Zum Teil befinden sich diese Exponate im unrestaurierten Originalzustand, zum Teil wurden sie auch liebevoll restauriert.
Ebenfalls im Untergeschoss befindet sich der ?Raum Stettin?. Hier wird dem Besucher die Stadt Stettin, dort waren die Stoewer-Fabriken angesiedelt, näher gebracht.

Auch der Freund von historischen Werbungen wird auf seine Kosten kommen. Im Museum befindet sich eine große Anzahl von originalen Werbeplakaten, Schildern und sonstigen Schriftstücken, die dem Besucher die Zeit von ?damals? näher bringen. Eine Zeit, in der es weder computergestützte Produktionsanlagen noch Fließbandfertigung gab. Umso erstaunter ist man beim Betrachten der Ausstellungsstücke, mit welchem handwerklichen Können die Produkte hergestellt wurden und welche Ästhetik sie sowohl im Detail wie auch in ihrer Gesamtheit aufweisen.

Ein Besuch lohnt sich.