Der Odenwaldlimes

Römerbad am ehemaligen Kastell Würzberg
Überreste eines Wachtposten am Vogelherdschlag
Interessante Infotafeln am Odenwaldlimes
Rekonstruierter Wachturm bei Michelstadt-Vielbrunn

Der Odenwaldlimes ist die ältere und weiter westlich gelegene der beiden Limeslinien im Odenwald. Er verläuft im östlichen Odenwald zwischen Wörth am Main und Bad Wimpfen am Neckar und wurde gegen 98 n. Chr. erbaut. Die rund 70 km lange Limesstrecke bestand damals etwa 60 Jahre lang.

Folgen Sie den Spuren der Römer: Viele interessante Überreste, Rekonstruktionen, der schöne Limeswanderweg und anschauliche Infotafeln machen den Odenwald-Limes auch heute noch „erlebbar“. Eine viertägige Wanderung auf dem Westlichen Limesweg ohne Gepäck ist eine schöne Möglichkeit den Odenwaldlimes zu entdecken.

 

Der Odenwaldlimes war zunächst nur eine Waldschneise die als Patrouillenweg diente. Erst später wurde eine hölzerne Palisade gebaut. Durch rund 80 Wachtürme und 20 Kastelle wurde der Limes gegen die Angriffe der Germanen abgesichert. Die Turmbesatzungen hatten die Aufgabe Alarm zu schlagen, wenn sich feindliche Truppen näherten. Ihr Alarm wurde von Turm zu Turm bis zu den nächsten Kastellen weitergegeben.

 

Die kleinen Numeruskastelle waren mit jeweils 120 bis 160 römischen Soldaten und Legionären besetzt: Ihre Standorte lagen bei Wörth, Seckmauern, Lützelbach, Vielbrunn, Hainhaus, Eulbach, Würzberg, Hesselbach, Schlossau und Neckarburken. Die drei großen Kohortenkastelle Oberscheidenthal, Neckarburken und Bad Wimpfen beherbergten jeweils etwa 500 Mann starke Kohorten. Zu jedem Kastell gehörte damals auch ein Dampfbad, wie das noch heute gut erhaltene Römerbad bei Würzberg.

 

Die letzte Limes-Ausbaustufe, bei der Wälle und Gräben angelegt wurden, betraf den Odenwaldlimes nicht mehr. Zwischen 148 und 161 n. Chr. wurde die Grenzlinie um etwa 30 Kilometer nach Osten auf die Linie des Obergermanisch-Raetischen Limes verlegt. Dabei zogen die Truppen aus den alten Kastellen um in die neu erbauten Garnisonen und der Odenwaldlimes verlor seine militärische Bedeutung.

 

Sehenswertes am Odenwaldlimes:

 

Michelstadt-Vielbrunn - Rekonstruierter Wachturm

Rekonstruktion eines hölzernen Wachturmes nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen am Standplatz WP10/15 "Im oberen Haspel". Infotafeln vor Ort.

Lage: Michelstadt-Vielbrunn, L3349 - Abzweig Breitenbrunner Weg,
Koordinaten: 49°43'11.18'' N | 9°05'09.68'' O

 

Michelstadt-Würzberg - Römerbad
Die eindrucksvollen restaurierten Grundmauern des Kastellbades Würzberg umfassen Kaltbad, Laubad, Warmbad, Schwitzraum, Heizraum. Die Ausdehnung beträgt 16 x 13 Meter. Infotafeln vor Ort.

Lage: Michelstadt-Würzberg, im Ort ausgeschildert, Straße "Zum Römerbad", Koordinaten: 49°38'00.47'' N | 9°04'31.35'' O

 

 

Hesseneck-Hesselbach - Wachtposten 10/30

Restaurierte Mauersockel zweier Wachtürme "In den Vogelbaumhecken" und ein originalgetreu nachgebautes Palisadenstück. Infotafeln vor Ort.

Lage: Privatstraße zwischen Michelstadt-Würzberg und Hesseneck-Hesselbach (ehemalige Wilschweinfütterung),
Koordinaten: 49°35'40.08'' N | 9°05'03.60'' O